Mit Good Work raus aus der Wirtschaftskrise?

Shownotes

Gast: Jule Jankowski

Transkript anzeigen

00:00:06: Herzlich willkommen zu unserem Podcast Neues Lernen, heute live hier von der Zukunftpersonal Europe in Köln und von der Podcastbox am Stand von Haufe.

00:00:29: Ja, an diesen drei vollen Messetagen nehmen wir einige neue Podcastfolgen auf und dafür haben wir uns Unterstützung von einem Kollegen geholt.

00:00:37: Freut euch also jetzt auf einen Gespräch mit Christoph Pause!

00:00:42: Ja hallo und herzlich willkommen.

00:00:44: ich bin Christoph Pause sitze hier mit meinem Gast in einem gläsernen Studio fühle mich wahlweise wie im Aquarium oder im Zoo.

00:00:53: auf jeden Fall freue ich mich dass ich hier bin Und sprechen kann mit Juli Jankowski.

00:01:02: Sie ist selber super erfahrene Podcasterin und ich freue mich, dass sie hier ist und bin ein bisschen nervös weil sie mir viele hundert Podcasts voraus ist.

00:01:13: Sie isst daneben Unternehmensberaterin, sie ist der Buchautorin.

00:01:19: Sie ist, das finde ich besonders schön Arbeits für Touristen.

00:01:24: Wir können nachher mal drüber sprechen was das konkret heißt.

00:01:29: Jules Podcast heißt Good Work und sie hat sich jetzt jahrelang mit der Frage beschäftigt was gute Arbeit ausmacht?

00:01:38: Und hat in all den Gesprächen herausgefunden dass es fünf Prinzipien sind.

00:01:43: und genau über diese Prinzipien wollen wir jetzt im folgenden sprechen.

00:01:46: denn seien wir ehrlich Deutschland ist schlecht drauf Stimmung ist mies, Wirtschaft geht nicht richtig voran und wir reden über steuerpolitische, sozialpolitische und sonst wie Maßnahmen mit denen wir wieder aus der Krise kommen können.

00:02:02: Worüber wir fast gar nicht sprechen?

00:02:03: Ist das was wir alle und die Unternehmen am einfachsten beeinflussen könnten nämlich Arbeit.

00:02:08: Wie arbeiten wir zusammen?

00:02:11: Genau darum dreht sich Gutwerk.

00:02:13: Darum geht es bei den Prinzipien und darüber rede ich mit Juli.

00:02:16: Hallo Juli herzlich willkommen.

00:02:18: Hallo, lieber Christoph!

00:02:19: Danke, dass ich hier sein darf.

00:02:20: Und damit... Ich muss ja hier mal Knöpfe drücken.

00:02:25: Gespräch.

00:02:26: Genau.

00:02:28: Jule, ich habe mir einen relativ coolen Einschick in den Podcast von dir geklaut nämlich...

00:02:32: Jetzt bin ich gespannt.

00:02:33: Ah, geklaute!

00:02:34: Wie bist du in dem Tag gestartet?

00:02:36: Ich bin so in den Tag gestartet wie gestern.

00:02:38: Ich glaube, ich muss mein Paradigma der Fortbewegung bei Messen und Konferenzen überdenken.

00:02:45: Und zwar bin ich gestern schon quasi gefehlt mit dem Thema Taxi und heute auch wieder.

00:02:51: Also das ging dann so aus dass meinen Mann mich zum Bahnhof bringen musste weil der Ober sich überlegt hat er kommt doch nicht und von daher... Das war also unviel zu früh natürlich!

00:03:00: Ich bin viel zu früh in den tag gestartet um deswegen gar nicht so bequem wie sonst.

00:03:04: Dann gucken wir mal, dass wir es hier ein bisschen bequem machen und du dich erholen kannst.

00:03:11: Ganz kurz zum Einstieg was hat Dich auf die Idee gebracht?

00:03:16: So viele Jahre so intensiv rund um das Thema Arbeiten und Zusammenarbeiten zu kreisen.

00:03:22: Na ja gut, also ehrlicherweise das ist jetzt seit sechs Jahren sehr sichtbar und ich bin jetzt achtundfünfzig.

00:03:29: Ich würde sagen es fing schon irgendwie bei mir an im Kindergarten.

00:03:32: Ich gehörte nämlich zu den Kindern die nicht nur gerne Kinderpost gespielt haben sondern ich habe damals schon darauf bestanden dass ich mit echtem Quittungsblöcken- und Rechnungsblökken arbeite.

00:03:42: Also ich hab wirklich richtig Hardcore Büro gespielt.

00:03:44: Ich habe Arbeiten gespielt wie das geliebt und das musste sich auch so echt wie's nur oder in meiner kleinen Kinderfantasie so echt wie es geht anfüllen.

00:03:53: und irgendwie, ich weiß auch nicht dieser Kosmos-Arbeit hat mich schon sehr früh angezogen.

00:03:59: Warum auch immer?

00:04:03: Ich habe schon gesagt wir wollen heute mal einen etwas anderen Blick auf die Lage in Deutschland werfen nämlich auf die Frage warum ist das eigentlich so wie's ist und wie kommen wir wieder raus?

00:04:14: und kann Good Work dabei helfen?

00:04:17: hast du eine Erklärung dafür öffentlich, zumindest also in der Politik und auch in den veröffentlichten Meinungsblättern.

00:04:31: Darüber sprechen welche Rolle Arbeit spielt wie wir gut und erfolgreich zusammenarbeiten?

00:04:38: Das kommt ja immer drauf an.

00:04:39: In unserer Bubble wird es ja quasi hoch und runter diskutiert, und es gibt eine politische Bubble die redet viel über Debattenkultur und sowas was ja auch nichts anderes ist als eine Facette von Zusammenarbeit.

00:04:50: inwieweit Arbeit Demokratie stärkend um ein ganz pathetisch großes Wort reinzubringen das wird tatsächlich wenig verknüpft.

00:04:58: also es gibt eben wenn wir mal auf die klassischen Medien gucken es gibt einen Wirtschaftszahl da werden diese Dinge die nämlich verhandelt und es relativ wenig eine Überlagerung dessen, wie wir über das Vehikel der Arbeitswelt letzten Endes sowas wie eine Wachstumsfantasie wieder oder sagen wir mal einen gefühlten Schritt nach vorne erleben.

00:05:23: Das geht ja schonmal damit los, dass wir uns nicht darüber so richtig sicher sind.

00:05:27: ist es jetzt Wirtschaft?

00:05:30: Oder ist es Soziales unsere Arbeitswelt wo packen was politisch rein?

00:05:34: also diese Querbetrachtung die funktioniert irgendwie noch nicht so richtig gut.

00:05:39: Das wollen wir jetzt ändern.

00:05:40: Das machen wir heute?

00:05:41: Ja!

00:05:42: Ich

00:05:42: habe schon gesagt, du hast in deinen Zahlen oder aus deinen zahllosen Gesprächen mit Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen Unternehmen Kunst und Wissenschaft fünf Good Work Prinzipien herausgearbeitet.

00:06:00: ich gehe dir jetzt mal chronologisch mit dir durch und wir können dann aber natürlich auch springen und jederzeit noch über was anderes sprechen.

00:06:07: das erste Prinzip dass du gefunden hast, ist gelungene Beziehungsgestaltung.

00:06:13: Also Arbeit ist eigentlich Beziehung.

00:06:16: Auf jeden Fall!

00:06:18: Wie gestalt ich das?

00:06:19: So, das ist gelingt.

00:06:22: Vielleicht muss man schon noch mal ein bisschen zur Rahmung sagen, dass wo diese Prinzipien herkommen.

00:06:27: Du hast es ja schon gesagt.

00:06:28: also das sind unter anderem Ergebnisse aus dem Podcast als Beobachtungen und ich würde auch nicht sagen Ich habe sie erfunden sondern ich hab Sie mehr oder weniger gefunden.

00:06:36: Ich habe Dinge gefunden die ich dann verbunden hat miteinander denn wir alle erinnern uns scheint sehr weit her Es gab sowas wie eine Pandemie Und das war für mich eine Initialzündung zu sagen Ich schau mal hin was jetzt gerade in den Unternehmens Welten passiert, weil ich glaube das da eine Abrisskante ist die unser Miteinander oder unsere Arbeit verändern wird und habe dann mitgeschrieben.

00:07:03: im Prinzip meine Erkenntnisse gefußt und das ist eben übrig geblieben.

00:07:07: Also gelungene Beziehungsgestaltung geht nicht nur darum, wie gehen wir jetzt möglichst umgänglich oder zuträglich mit den Kollegen um- und geben wir net zusammen Mittagessen?

00:07:17: sondern da sind sämtliche Beziehungen gemeint und also auch sprich die Ebene von Führungskraft zu Mitarbeitenden, zu Kooperationspartnern, zu Kunden, zu Dienstleisern.

00:07:28: Wir haben ja ein irres Beziehungspflicht.

00:07:33: Worauf wir es zurückführen zusammenarbeit, dann findet das immer dort an dieser Schnittstelle statt.

00:07:38: Weil dort erleben wir ja wie gut Zusammenarbeit wirklich funktioniert?

00:07:42: Wie wir in der Lage sind unsere Beziehungen wie belastbar sind die wie robust sind die, wie vertragen sie auch Kritik?

00:07:50: Wie stark sind wir überhaupt verbunden?

00:07:52: oder sind wir nur gebunden weil wir keine anderen Optionen haben?

00:07:56: großer Unterschied.

00:07:58: Jetzt mal eine typische und dofe Journalistenfrage was liegt am oder was liegt am offensichtlichsten im Agen bzw.

00:08:05: woran liegt es, dass das im Age liegt?

00:08:07: Ja also ich glaube es wird sehr viel... Ich habe dieses Thema Beziehungsgestaltung seinerzeit da würde ich auch jetzt immer noch zu stehen nochmal aufgebohrt in so genannte Fünffaust und das tiefste davon ist das Thema Vertrauen.

00:08:19: Ich glaube, dass da haben wir momentan tatsächlich ein sehr starkes Defizit und zwar nicht nur diese viel gescholtenen Führungskräfte die ja angeblich alles müssen und nichts können.

00:08:30: Ich glaube, wir haben Vertrauensthemen auf ganz vielen Ebenen in die Instanzen.

00:08:36: In die Institutionen aber auch zwischen den Menschen.

00:08:38: Ich glaube das ist ein Riesenthema.

00:08:40: Verbundenheit finde ich auch.

00:08:41: Ich finde da erodiert ein bisschen was.

00:08:43: Ich will jetzt auch nicht kulturpäsimistisch daherkommen.

00:08:46: In meiner Beobachtung erodierter etwas ist das Thema Autonomie sehr auf dem Vormarsch im Gegensatz zu der Verbundenkeit und das erfüllt mich manchmal durchaus mit Sorge und freue mich dann umso mehr wenn ich auf so Veranstaltungen bin wie hier dass die Menschen sehr wohl gefallen daran finden, sich zu begegnen im Echten.

00:09:09: Jetzt ist das ja hier ein Podcast für Corporate Learning neu gedacht?

00:09:15: Ist Beziehungsgestaltung etwas was du im Bereich Learning and Development im Unternehmen ansiedeln würdest oder ist es etwas was jedes Team für sich alleine schaffen muss?

00:09:27: Naja, ich würde sagen dass eine tun das andere nicht lassen.

00:09:30: Also ich glaube da kann man schon ganz viel machen.

00:09:32: also wenn wir auch sowas gehen wie mal ein V rausgebrachtes Thema verstehen.

00:09:37: Da geht es ja auch um Verständnis und Empathieübungen der landen wir früher oder später bei so wunderbaren Dingen wie Feedback fünf Milliarden Mal erklärt geprobt trainiert und immer noch nicht beherzigt hat.

00:09:49: to master easy to understand wird man vielleicht auf ne Formel bringen.

00:09:53: Da hat auch schon seinen Platz in einem Trainingskanon, nur stattfinden tut es ja auf der faktischen Ebene.

00:10:01: Also im jeden Tag wie es gelingt und von daher muss es da auch besprochen werden.

00:10:05: also ich würde sagen auf mehreren Ebenen.

00:10:10: Du hast gesagt Vertrauen ist die Basis von allem.

00:10:12: das würde ich sofort unterschreiben.

00:10:17: was braucht es um eine Grundlage zu schaffen auf der Vertrauen entstehen kann?

00:10:24: Da sind auch wieder eine ganze Reihe Vorannahmen drin in diesem Vertrauenskonstrukt.

00:10:28: Wir reden ja sehr viel über psychologische Sicherheit, was ich in einerseits sehr richtig finde und andererseits auch sagen muss.

00:10:35: Das sind alles Dinge wo niemand der bei klarem Verstand ist nein zu sagen würde weil das ist in dem Maße richtig dass es an Trivialität grenzt und das bringt uns trotzdem keinen Schritt weiter auf Sonometer-Ebene darüber reden.

00:10:47: Ehrlicherweise tun wir das jetzt gerade auch, wenn du hingehst und siehst.

00:10:51: warum vertrauen sich Menschen nicht?

00:10:52: dann kommen wir da immer an sehr konkreten Dingen vorbei nämlich an so Sachen wie verhält sich der Mensch konkurrent zu dem was er denkt?

00:10:59: also ist was erfüllt und was er tut?

00:11:03: Stimmt das irgendwie beein?

00:11:05: Da sind wir absolut bestechungsfrei.

00:11:06: Das erleben wir sofort, wenn da eine Diskrepanz ist.

00:11:10: Eine andere Sache ist einfach auch wie viel Aufrichtiges Interesse haben wir am Gegenüber.

00:11:16: Wo haben wir das Gefühl dass jemand sich nur quasi mal kurz auf seinen Luft holen besinnt stand echt zuzuhören.

00:11:22: Das ist ein Riesenunterschied.

00:11:23: Das sind sehr vertrauensbildende Maßnahmen.

00:11:26: inwieweit ist jemand bereit.

00:11:28: Da sind man stark im psychologischen Sicherheit Echt, also nicht nur auf einer Show-Seite oder performativ würde meine neunzehnjährige Tochter sagen.

00:11:40: Irgendwelche Unzulänglichkeiten preiszugeben als kleinen Venetibonus?

00:11:45: Oder wo ist jemand wirklich verletzlich?

00:11:47: Das sind Dinge die helfen Vertrauen aufzubauen bzw.

00:11:52: ich glaube aber wirklich das Wichtigste Wie stimmig bin ich in dem, was ich wirklich denke und wie ich handle?

00:11:58: Und je größer da die Diskrepanz ist alles nichts Neues.

00:12:02: Um so schwieriger wird es auch als vertrauensvoll angesehen zu werden bzw.

00:12:08: eine Beziehung aufzubauen, die vertrauungsbasiert ist weil ich dann ja auch in der Folge weniger lehbar bin.

00:12:14: Das macht das Thema umso schwieriger.

00:12:18: Kann man Vertrauensaufbau jetzt als Organisation Irgendwie steuern und managen oder ist es eine frage von der rahmung?

00:12:27: Ja, ich weiß die system theoretiker kommen ja gern mit das muss man alles über die struktur bilden.

00:12:32: Das denke ich schon auch dass da Strukturen hilfreich sind.

00:12:35: aber wenn es diesen einen knopf gibt er das reproduzieren könnte verlässliche art und weise hätten den alle.

00:12:41: Hier kommt der Spoiler, es gibt ihn nicht.

00:12:44: Was sicherlich immer wieder und hundertmal erwähnt aber trotzdem immer noch richtig ist, ist wirklich der Diskurs.

00:12:51: sprich über ehrliches Feedback.

00:12:53: Und das ist... Da geht's ja schon los!

00:12:55: Wie viel ehrliches Feedback wollen wir uns wirklich geben?

00:12:58: Wo gibt's auch eine Brutal Honesty?

00:13:00: Es gibt einen Maß an Ehrlichkeit was wir uns überhaupt nicht zugestehen wollen und auch nicht sollten.

00:13:05: Und wo sind wir in einem gesunden Rahmen?

00:13:07: Sicher liegt da ganz viel Kraft drin.

00:13:10: Und was sind die Dinge, die Wahrheiten?

00:13:13: Die wir uns gegenseitig achten.

00:13:14: Jetzt kommt ein schönes Wort zumuten wollen und das glaube ich ist etwas, was besprochen werden kann.

00:13:19: Ist es managen Steuern für meinen Geschmack?

00:13:21: Nein!

00:13:22: Ist das diskursfähig?

00:13:23: unbedingt?

00:13:26: Weil jetzt schon ein paar mal gefallen ist.

00:13:27: zu Stichwort Feedback.

00:13:30: Da gibt's ja auch unterschiedliche Definitionen, was Feedback ist.

00:13:33: Mein einer Kollege bei Haun Felix hat früher gesagt, ungefragtes Feedback is kein Feedback sondern eine Meinung.

00:13:41: also Ist Feedback etwas, was ich aktiv einhole indem ich dich bitte mir irgendeine Situation zu spiegeln.

00:13:50: oder ist es etwas womit du auf mich zukommen sagst?

00:13:52: Ich hätte hier mal... Was ist Feedback für dich im professionellen Umfeld?

00:13:57: Naja, erstmal würde ich sagen Feedback is verdammt viel.

00:14:00: Also ich unterscheide gern zwischen impliziten und expliziten Feedback.

00:14:04: also explizit wird es ja dann wenn nicht wirklich das nach außen erkennbar ist ja wenn nicht verbal eine Botschaft vielleicht sogar noch.

00:14:11: Ich habe hier mal ne Rückmeldung für Dich oder wenn es vielleicht sogar strukturell gerahmt ist im Rahmen von einem Mitarbeitergespräch.

00:14:18: Feedback ist auch Wenn du mir was sagst die Augen drehs auch ein Feedback oder wenn ich gar nichts auch auf sage.

00:14:23: Wenn ich nicht antworte, wenn ich dich nicht anschaue sind auch schon implizite Feedback-Botschaften und ich glaube dass die Menge an impliziten Feedback ohne jetzt wieder den ollen Eisberg bemühen zu wollen wahrscheinlich Faktor zehnmal so groß sind wie die expliziten und sie sind mindestens genauso wichtig Und die wissen wir btw auch alle zu interpretieren.

00:14:42: Geh in ein Meeting und du wirst sehen was an Feedback Botschaften im Raum fliegt Auch wenn es heißt Wir haben hier viel zu wenig Feedback.

00:14:49: Das stimmt nicht!

00:14:51: zu wenig explizites Feedback, was in einer guten Art und Weise dargebracht wird.

00:14:57: Und nur ganz kurz ohne das Vertiefen zu wollen.

00:15:00: Feedback Burger gehört nicht zu den guten Übungen für einen expliziten Feedback.

00:15:06: Wunderbar!

00:15:07: Wenn wir in dem Tempo oder Ausführlichkeit weiter reden dann haben wir bis eins alles geschafft.

00:15:12: Deswegen spreche ich jetzt einfach mal.

00:15:14: Du hast

00:15:14: es mit der Systemtheorie

00:15:16: ja schon gesagt um mit den Strukturen Verhältnisse bestimmendes Verhalten sagen, manche du hast als zweites Prinzip von Good Work flexible Strukturen.

00:15:30: Das heißt ganz ohne Struktur geht es nicht.

00:15:33: Was macht sie flexibel und warum brauchen wir die?

00:15:36: Also erstmal würde man ja sagen, das ist eine Paradoxie.

00:15:39: Entweder ich bin flexibel oder ich habe Strukturen so richtig zusammen geht es nicht und dieses Nacheinander auch schwierig.

00:15:45: also ein Stück weit sind wir da gefangen und das kommt natürlich sehr stark aus diesem ganzen Thema wie gehen welche neuen Formen von Struktoren?

00:15:55: haben wir?

00:15:55: jetzt auch nochmal der Anfang meiner Forschungsreise durch die neuen Arbeitsformen, wie gehen wir damit um?

00:16:03: Es ist nicht nur eine Frage von Zeit und Raum.

00:16:06: Aber auch es geht vor allem um die Frage, wie viel wollen wir an Entscheidungen zentral gestalten?

00:16:12: Wie viele wollen wir dezentral gestalten?

00:16:14: Wir sehen einfach dass wir da hin und her titschen zwischen einem völligen Loos engen führen.

00:16:22: Im Moment haben wir wieder so ein bisschen im Backlash, wo wir glauben wenn wir in alte Muster zurückgehen, wenn wir die Regression sehen in Führungsverhalten das mehr Strukturen mehr bringen würde ich sagen schwierig.

00:16:33: gleichzeitig glaube ich aber auch dass wir Strukturn brauchen Verbindlichkeiten.

00:16:37: Ich glaube da sind wir noch weit weg von dem sweet spot Wo wir uns Flexibilität zugestehen und da geht es wie gesagt um das Thema Raumzeit Entscheidungsorganisation.

00:16:47: Das sind für mich so ganz wichtige Schlagworte.

00:16:53: Für mich hängt dieses Thema flexibel Strukturen und ich finde es schon interessant, dass du als erstes auf das Paradoxon oder auf das Formantiparadoxon zwischen Flexibilität und Struktur hingewiesen hast.

00:17:05: Vielleicht bevor wir jetzt zu dem nächsten Punkt kommen wie flexibel können Strukture denn sein?

00:17:09: Also ich kann ja nicht heute so morgen so sondern... Ich brauche eigentlich einen Rahmen innerhalb dessen sich dann strukturenfluide bilden je nach bedarf.

00:17:19: Genau, also ich sage mal wenn du das bücherregal hast Du kannst dir erstmal ordnungskriterien überlegen.

00:17:24: Also ich habe meine bücheregal neu sortiert Ich hab das jetzt noch farben sortiert.

00:17:27: Das versuche ich seit Jahren.

00:17:29: übrigens Versuche ich's seit jahren Ja

00:17:31: und es ist genau und ich habe es jetzt noch Farben sortieren aber innerhalb der farben.

00:17:36: nochmal nach den nachnahmen.

00:17:37: Meine tochter sagt als sie fünf Jahre alt war was machst du?

00:17:40: Soll ich die Bücher sortieren?

00:17:42: Sagt sie wie denn?

00:17:43: Dann sag ich nach Nachnamen Von der Hauptperson, das fand ich lustig.

00:17:49: Das funktioniert nicht!

00:17:50: Das heißt wir brauchen natürlich Strukturkriterien und einen Rahmen wie du richtig sagst.

00:17:55: aber wenn wir jedes Kästchen genau ausdeterminieren dann hat sich es mit der Flexibilität etwas gehabt.

00:18:01: also ich glaube Aufgabe der Organisation ist es verbindliche Rahmen zu geben und die Übersetzungsleistung auch zu adressieren als sozusagen wer darf denn darüber bestimmen, was dann in den Kästchen passiert?

00:18:14: und dieser Punkt der fehlt oft.

00:18:16: Wo wird das bestimmt?

00:18:17: Weil du kannst in einem großen Unternehmen selbst in dem mittleren und auch wahrscheinlich nicht mal im kleinen für jede einzelne Schnittstelle komplett alles durch deklinieren und exerzieren, was da an Strukturen notwendig ist.

00:18:31: Wie groß ist die Gefahr oder Wahrscheinlichkeit dass egal entweder in einem Superstruck feststrukturierten oder in diesem flexibel strukturierten dann doch so Schattenorganisationen und Schattenteams und so weiter sich aufbauen, weil es anders nicht geht.

00:18:48: Und wie schädlich ist das?

00:18:50: Also erstens ist das keine Gefahr, sondern das Realität was du beschreibst.

00:18:54: Das ist einfach das, was immer passiert.

00:18:56: Es ist weder gut noch schlecht, sondern es ist das Wesen von sozialen Systemen, dass sie Schattenstrukturen ausbilden.

00:19:01: Das is weder überraschend noch neu.

00:19:03: Das hat auch mit New Work nix zu tun oder mit irgendwelchen Irrungen und Wirrung Sondern das ist das wesen von systemen Dass die dingebeschreibbar nach außen wahrnehmbar machen die vielleicht von dem abweichen Was man sich irgendwie mal definitorisch überlegt hat.

00:19:18: und das ist erstmal so wie es ist, weder gut noch schlecht.

00:19:21: Das kann natürlich die Kraft haben sehr viel zu zersprengen vor allen Dingen dann wenn es eine große Abweichung gibt zu dem was man sich als Solstruktur verabreicht hat auch noch nicht zwingend gefährlich.

00:19:33: wenn das sehr groß ist und wieder quasi die Lämmer produziert weil man quasi sich entweder für das offizielle oder für das inoffizielle entscheiden muss Dann haben wir ein Problem.

00:19:44: dann fängt sich die Organisation.

00:19:46: Und auch das passiert, also wir haben Organisationen, die behaupten auf der Schausseite wahnsinnig innovativ zu sein und das einzige was darüber uns informiert ist dass das Unternehmen innovativ ist, ist die Kaffeetasse wo der Begriff draufsteht.

00:20:01: Das ist auf Dauer für das zu Absurditäten im Handeln.

00:20:08: Warum ich das alles frage?

00:20:08: Weil einer deiner Gutwerkprinzipienpunkte eben auch gelebter Agilität.

00:20:14: Jetzt ist Agilität ein Wort, das ein bisschen verbrannt ist.

00:20:18: Würdest du es trotzdem dran festhalten?

00:20:21: Ich würde nicht zwingend dran festhallen.

00:20:22: Das kommt ja daher dass ich von Anfang an diesem Thema Agilitet insofern skeptisch gegenüber gesehen habe weil ich einen wahnsinnigen Metoden Voodoo gesehen hab also eine unfassbare Gläubigkeit und eine orthodoxe fast schon guruhafte oder religiöse Verehrung.

00:20:40: Und was ich aber gerade in akuten Krisen sehe, ist eher eine gelebte Agilität.

00:20:44: Das heißt die Grundprinzipien eines... Man könnte auch darüber schreiben, gesunden Menschen verstanden.

00:20:50: Also kurze Iterationen, Ziele anpassen interaktiv, interdisziplinär arbeiten all diese Grundprinzipien.

00:20:59: das sieht man in Krisen sehr gut und deswegen bin ich ein sehr großer Verfechter von der gelebten Agilität die von mir aus jetzt auch schon wieder anders heißen könnte eben weil dieser Begriff verbrannt ist.

00:21:10: aber das ist kein... Kein methodischer Entwurf meinerseits, dass ich sage.

00:21:15: Ich habe da jetzt noch mal eine neue Form von Agilität entwickelt gar nicht.

00:21:20: Du hast das ja schon ein paar Mal gesagt es ist eigentlich Vieles ist nicht wahnsinnig neu, sondern es liegt oder es liegt auch auf der Hand.

00:21:28: Du hast es eben zusammengefasst.

00:21:29: So wie die Allermeisten

00:21:30: in meiner Spitzeurin bei so

00:21:31: wenig.

00:21:32: Nein, das war kein Vorwurf an dich!

00:21:36: Ich gucke manchmal Hallo Niedersachsen mein Lieblingsprogramm ab um halb acht und da war der Bericht einer Reise von dem Niedersächsischen Ministerpräsidenten nach China, gemeinsam mit der IHK-Präsidentin und so.

00:21:51: Und die kamen alle total begeistert wieder aus irgendeinem Joint Venture des VW mit einem chinesischen Autobauer hat weil dort der Designer, die UXerin, die Softwareentwicklerin und der Ingenieur in einen Büro zusammensitzen und die IHKA Präsidentin sagt das ist es!

00:22:11: Das brauchen wir auch.

00:22:12: und dann habe ich gedacht Es liegt auf der Hand, viele Unternehmen machen es ja auch.

00:22:17: Funktioniert es in so vielen Fällen nicht oder fällt dann wie eine radikal neue Idee vom Himmel und du sagst, das liegt auf dem.

00:22:23: Also ganz ehrlich ich würde da einfach mal unterstellen dass die liebe Politikerin sich relativ wenig Minuten Stunden in deutschen Unternehmen aufgehalten hat weil dann würde sie erkennen, dass ist im Prinzip was auch selbst bevor man den Begriff Agilität drüber geschrieben hat schon in vielen Bereichen auch schon so gelebt wird aber nicht überall.

00:22:42: wir haben noch immer viel Arbeitsteilung das ist klar der möchte ich Deswegen das Wortreden, aber auch nicht abmoderieren.

00:22:48: Das macht unter Umständen sehr viel Sinn und ich glaube da ist einfach ein Wissensdelter bei der guten Kollegin weil die das einfach nicht weiß.

00:22:55: Weil ich meine auch in der Automobilindustrie gibt es da schon durchaus interdisziplinär.

00:23:00: Ich war überrascht, dass Sie gesagt haben ach guck!

00:23:02: Ich glaub das ist eher ihr zuzuschreiben als der Realität in der Automobilbranche.

00:23:10: Wir kommen jetzt zu dem Prinzip, wenn ich so meine, dass mir am wichtigsten ist und das ich eben auch schmerzlich vermisse im Moment.

00:23:19: Weil wir so zukunftsvergessen sind und so rückwärtsgewandt und auch gegenwas vergessen ehrlich gesagt, dass wir gar nicht nach vorne kommen können.

00:23:29: und da kommst du mit deinem Prinzip des Denkens in Möglichkeiten.

00:23:32: Das finde ich total schön!

00:23:34: Da kann man sich jetzt verschiedene Dinge darunter vorstellen.

00:23:38: was meinst Du mit Denken in Möglichkeiten?

00:23:40: Ja, also erst mal würde ich deine These ein bisschen blitzen.

00:23:43: Dass wir so rückwärts gewandt sind ist natürlich so.

00:23:46: wenn die Gegenweit nicht so angenehm ist und ein bisschen scheißlich daher kommt dann denken wir gerne an das letzte Mal als es so richtig schön war zurück.

00:23:54: Klammer auf!

00:23:55: Das malen wir uns mit goldenem Pinsel weil damals als das schöne stattfand waren wir glaube gar nicht so begeistert wie wir jetzt in der Rückschau tun.

00:24:03: Denken in Möglichkeiten heißt eigentlich dass gerne eingeladen sind, überhaupt mal zu verstehen wie viele Möglichkeiten gibt es denn?

00:24:11: Wie viel fallen dir denn auf?

00:24:13: und als allererstes würde ich sagen die ganze Schönheit liegt vor deiner Nase.

00:24:17: Geh erstmal rum und guck mal wieviel Möglichkeiten, wieviele ungelöste Probleme Themen Aufgaben gibt ist wo du vielleicht einen Beitrag zu leisten kannst.

00:24:26: Du als einzelnes Menschlein aber auch vielleicht deine Organisation weil damit fangen alle guten Ideen an also alle absolut alle erfolgreichen Unternehmen Fussen auf eine gute Beobachtung.

00:24:40: Wir haben irgendwann mal festgestellt, dass irgendetwas noch nicht gelöst ist.

00:24:44: wo sie von sich aus gehen da können wir was zu beitragen Sowohl auf individueller Ebene als auch auf Unternehmsebene.

00:24:50: und damit würde ich immer anfangen Und da sehe schon das viele Menschen ein bisschen stumpf durch die Gegend gehen oder vielleicht vieles nicht mitbekommen Da müssen wir gar nicht uns so verzagen und uns in unser Schneckenhaus zurückziehen sondern das Gegenteil.

00:25:05: Genau das hatte ich mir erhofft.

00:25:07: Ein bisschen Zuversicht, ein bisschen Licht in diesen dunklen Tagen hier aus dem Portgrasstudio.

00:25:15: ist dieses Denkenmöglichkeiten etwas was wir... Lernen können oder haben wir das einfach?

00:25:24: Also ich sag mal so, es gibt ja immer wieder ist das Persönlichkeit, ist das Mindset?

00:25:30: mit Mindset habe ich ja so mein Thema.

00:25:32: Gleichzeitig denke ich gibt's schon auch durchaus Möglichkeiten an sich selbst zu arbeiten und das tun wir alle.

00:25:38: Wir sind ja neuroplastisch also das heißt unser Hirn ist ja weiterentwickelbar über das gesamte Leben.

00:25:46: Anders tun wir und ich glaube, das fängt schon mal wirklich an damit wohin lenken wir unseren Fokus.

00:25:51: Wie viele Möglichkeiten sehen wir?

00:25:53: Sehen wir eine, sehen wir zwei, sehen gar keine, sehen nur beides doof?

00:25:58: oder könnten wir uns vorstellen was wenn es doch etwas gebe was uns passt und da können wir uns schon ein Stück weit zu hintrainieren?

00:26:06: also dass ist auf jeden Fall ne Sache die wir möglich sein.

00:26:10: Nicht zu früh, das wäre mein, da wäre ich gegen seinem Sinek nicht so früh und so ganz große Fragen stellen wie was ist der Purpose?

00:26:18: Weil da kann passieren dass wir uns vor lauter Kontemplation beim Leben zuschauen.

00:26:23: Das könnte passieren!

00:26:27: Ich habe es gesagt, das ist ein Corporate Learning Podcast Und wenn die zahlreichen Leute, die uns zugehört haben sagen oh, this good work finde ich total super bei mir in der Organisation, in der Abteilung oder wo auch immer einführen.

00:26:42: Womit

00:26:43: würdest du als Beraterin dann konkret starten?

00:26:48: und jetzt muss ich den richtigen Knopf drücken?

00:26:54: Ganz konkret!

00:26:56: Also ganz konkret...

00:26:58: Wir haben tatsächlich mal so eine Good War-Kreise entwickelt und die fängt, das würde dich jetzt wenig überraschen wo du ja sehr lange auch mit dem lieben Wolf Lotta zusammengearbeitet hast.

00:27:06: Und der ja immer von der Inventur spricht.

00:27:09: und genau damit starten wir letzten Endes auch.

00:27:12: Ich würde auch nicht mit allen fünf Prinzipien auf einmal anfangen sondern erstmal Inventur dahin gehen, sagen wo ist denn vielleicht der größte Handlungsbedarf und Achtung?

00:27:22: Der größte Wirkhebel.

00:27:24: Weil sonst verheben wir uns vielleicht an Themen die vielleicht ganz arg bearbeitungswürdig sind aber wo wir ganz wenig Griff dran haben.

00:27:33: Und damit würde ich erst mal starten und da erstmal in eine gewisse Bestandsaufnahme gehen.

00:27:39: Analyse, da muss ich gar nicht in Würderin, sondern so ist der Prozess tatsächlich.

00:27:43: Also erst mal gucken... Wenn wir da gucken wo ist das Delta am größten?

00:27:46: Was davon wollt ihr aktuell oder solltet ihr konkret angehen und könnt ihr auch?

00:27:51: Wo habt ihr auch eine Wirkmacht?

00:27:53: Und dann sehr schnell in eine Umsetzung kommen.

00:27:57: Das finde ich ganz wichtig.

00:28:00: Zum Abschluss viel zu versichtlich bist du dass wir einfach eine Good Work Society werde.

00:28:08: Ich bin ja ne pragmatische Optimistin und ich sage mal, das Schöne an Good Work ist ja... Das liegt auch ein bisschen an uns was wir als good enough bezeichnen.

00:28:17: also manchmal ist auch gut absolut ausreichen.

00:28:20: Ich kämpfe nie für das Neue, nicht weil ich das Alte lieber mag sondern weil das Neu für mich erst mal noch keinen Wert an sich darstellt.

00:28:27: Ich kenne immer für das in Anführungsgut.

00:28:29: Das soll gar nicht moralien kommen und da liegt ja in unserer Hand das zu bestimmen und deswegen bin ich dahingehend extrem optimistisch.

00:28:37: Super!

00:28:38: Vielen Dank Juli.

00:28:39: Sehr gerne danke.

00:28:40: Ich hoffe es hat dir Spaß gemacht und ich hoffe natürlich dass es denen dies live angehört haben und später noch anhören, auch Spaß gemacht hat.

00:28:47: Und Spaß machen wird!

00:28:49: Danke fürs Kommen.

00:28:50: Noch eine gute Zeit hier auf der ZPE.

00:28:52: Bis zum nächsten Mal.

00:28:53: Danke dir lieber Christoph.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.